"Fehlt es am Wind, so greife zum Ruder." Deutsches Sprichwort
Ale: Begriff für Bier ursprünglich aus England, ausschliesslich obergärige Bierstile. Ursprünglich hat man Malzgetränke ohne Hopfen als 'Ale' bezeichnet und die Malzgetränke mit Hopfen als 'Beer'. Heute gilt diese Unterscheidung nicht mehr. Der Begriff Ale ist auch in den skandinavischen Ländern weit verbreitet, jedoch heisst es dort 'Öl' oder 'Olut' oder ähnlich.
Alter Hopfen: In den belgischen tradionsreichen Gueze-Brauerein wird der Hopfen zuerst zwei Jahre gelagert bevor er verbraut wird. Durch die Lagerung wird der Hopfen ein bisschen streng in der Nase und ist ein weiterer Faktor (neben den Mikro-Organismen wie Brettanomyces und Lambicus) welche zum einzigartigen Geschmack von Geuze beitragen. Viele Anfänger haben oft Mühe, wenn sie das erste Mal Geuze verkosten, denn der Geschmack lässt sich anfangs nicht einordnen und ist auch mit nichts vergleichbar. Übung macht aber auch hier den Meister. Mit Mut und Beharrlichkeit öffnet sich geschmacklich eine ganz neue Welt.
Baltic Porter: Grundbegriff siehe unter Porter: Porters wurden von Katharina der Grossen nach Russland gebracht, und das Rezept wurde ein wenig variiert. Baltische Porters sind süsser, öliger, weniger herb als Englische Porters und sind im allgemeinen sehr zugänglich und verführerisch. Dieser Bierstil ist rund um das ganze Baltikum vertreten, von Polen, zu den Baltischen Staaten, Russland, Finnland, Schweden, Norwegen bis hin zu Dänemark.
Barely Wine: Überbegriff für alle Biere, welche in ihrer Konsistenz weinartig sind und auch mit den entsprechenden Volumenprozenten in Alkohol aufwarten. Diese Biere haben einen wuchtigen Malzkörper, welcher oft mit einer leichten bis starken Restsüsse ausgefüllt ist. Diese Biere sind nicht prickelnd und haben wenig bis keine Kohlensäure. Diese Biere werden oft in den Temperaturbereichen von Rotwein getrunken.
Brettanomyces bruxellensis und Brettanomyces lambicus: Hefepilze, welche dem Bier eine saure Note verleihen und den typischen Geschmack in die Geuze, Krieks und Lambics bringen. In vielen Baruereien leicht vorhanden, z.T. erwünscht, z.T. nicht erwünscht.
Double IPA: Grundbegriff IPA siehe unter IPA. Ein doppeltes IPA meint auch dies: Mehr Malzkörper, mehr Alkohol, mehr Hopfen. Was nicht zwingend ist, dass dieses Bier bitterer wirkt als ein IPA. Manchmal ist die Bittere gerade weniger gut spürbar (im Vergleich zum IPA), da vielfach mehr Körper, mehr Restsüsse und mehr Alkohol vorhanden sind.
Fruchtbiere: Siehe Kriek
Geuze: Die Urmutter aller Biere. Der Herstellungsprozess beträgt ca. 3 Jahre. Geuze ist ein Bier, welches auf der Spontanvergärung basiert. Die Wildhefe kommt durch die normale Umgebungsluft in den Sud und beginnt langsam zu gären. Alles in Allem sind zwischen 80 und 150 Mikroorganismen beteiligt bis ein Geuze fertig wird. Herstellung: Der noch warme Sud wird zum Abkühlen in den Dachstock gepumpt, wo er in eine grossen flachen Wanne zu liegen kommt und dort abkühlt. Durch Schlitze in der Wand und Lüftungsluken im Dach wird eine rege Luftzirkulation herbeigeführt und während der 1-2 tägigen Abkühlphase wird der Sud mit Wildhefe infiziert. Nach dem Abkühlen wird das Bier in grosse Eichenfässer gepumpt, in welchen die einjährige Hauptgärung stattfindet. Nach einem Jahr heisst das Bier Lambic und wenn es gelagert wird und es eine Vermengung verschiedener Jahrgänge ist, nennt man es Oude Lambic. Um ein Geuze zu produzieren nimmt der Brauer nun wieder einen kleinen Teil Jungbier mit unverbrauchtem Zucker drin und vermengt es mit 1 jährigen Lambic, macht einen Zapfen drauf und lagert es für zwei Jahre wie einen Champagner. Die Resthefen und Organismen zersetzen die Zuckerarten, es gibt eine CO2 - Anreicherung und der Alkohol nimmt ein bisschen zu. Geschmacklich wird das Bier dann spritzig und trocken.
Geuzesteeker: Im Gegensatz zum Geuze-Brauer betreibt der Steeker keine eigene Brauerei, sondern er kauft das Lambic an, lässt es reifen und macht daraus Geuze, Krieks und Lambics. Die Mischung der Fässer, der Ausgangsmaterialien und der Reifeprozess werden durch den Steeker kontrolliert und das Bier wird erst verkauft, wenn es reif und gut ist. Ähnliches Konzept wie der Affineur beim Käse.
IBU: International Bittering Unit. Messeinheit um die Bittere im Bier zu messen. Weizenbier 10-15 IBU, Lagerbier 20-30 IBU, Pils 30-40 IBU, IPA 40-100 IBU
IPA: India Pale Ale: Bierstil aus dem 18 Jahrhundert, als England noch eine Kolonialmacht war. Durch lange Schiffsreisen hatten die Engländer Probleme mit der Sauberkeit und Haltbarkeit von Bier und Wasser in den Fässern. Durch die Beigabe von sehr viel Hopfen und durch Erhöhung des Alkoholgehaltes wurde das Bier stabiler und machte auch lange Schiffreisen mit.
Wherever victorian men served in the empire, the Pale Ales of Burton were alongside them. Light in colour, strong and heavily hopped to survive long journeys over sea and land. The beers helped to preserve social life after sunset. This brew is a re-creation of those famous ales that should equally sooth and sustain you after a hard day in the urban jungle. Text auf der Rückseite vom Empire Ale von der Burton Bridge Brewery
Lambic, Lambik, Lambiek: Wildhefe-Bier nach der Hauptgärung. Die Hauptgärung dauert ca. 1 Jahr und ist im Eichenfass. Lambic hat kein CO2, ist sauer und erinnert an Cider.
Kriek: 1 Jähriges Lambik wird mit Sauerkirschen (urprünglich Schaerbeekse Kirsche) versetzt. Durch den Fruchtzucker in den Kirschen erhalten die Resthefen wieder Nahrung und zersetzen die Kirsche innerhalb der nächsten 2 Jahre vollständig bis auf den Stein. Zurück bleibt das Aroma, ein bisschen CO2 und Alkohol. Durch die Kirschsteine leichte Mandelnoten im Aroma. Ein traditionelles Kriek ist nicht süss! Dies kann auch mit anderen Früchten gemacht werden: Aprikosen, Himbeeren, Trauben, Erdbeeren.
Oatmeal Stout: Stout aus Hafer hergestellt.
Pajottenland: Gegend südwestlich von Brüssel, wo die Geuze und Lambicspezialitäten herkommen. Alle verbleibenden Brauereien (mit Ausnahme von Cantillon) sind im Pajottenland gelegen.
Porter: Porters wurden im 18 Jh. zum erstenmal gebraut und waren Anfangs für die Schiffsträger am Hafen (Ein- und Auslader engl: Porter) gedacht. Da das Bier ein bisschen kräftiger, dunkler körperreicher angesetzt war, hat man das Gefühl gehabt, man tut den Hafenarbeitern etwas Gutes. Dieser Bierstil wurde dermassen populär, dass Porters die ertsen industriell gebrauten Biere wurden. In den letzten Jahren ist das Porter fast ausgestorben (bis auf das Baltikum), erlebt aber heute wieder eine Renaissance. Porters sind kompakt, fest, zt. leicht ölig und schmiegsam. Das Porter soll deutlich röstig schmecken, jedoch nicht verbrannt und brenzlig wie ein Stout
Russian Imperial Stout: Stark eingebrautes Stout: Hoher Alkoholgehalt (8-12 Vol%)
Schaerbeekse Krieken: Traditionelle, fast ausgestorbene Sauerkirsch aus Belgien. Wurde für Kriek verwendet. Heute werden meistens Sauerkirschen aus Osteuropa verwendet.
Stout: Obergäriges Bier auf der Basis von stark gerösteten Malzen. Aroma von Kaffee und Schokolade
Vintage Ale: Bezeichnung für gealterte Ales. Vielfach Barely Wines.
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